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über die Privat-Brauerei Strate:

 


26.03.2013
Hier brauen die Frauen
Die Brauerei Strate feiert 150. Geburtstag.
Ihr „Detmolder Thusnelda“ wurde gerade
als bestes Bier Deutschlands ausgezeichnet

Im Land von Hermann dem Cherusker kommt an „Detmolder Bier “ keiner vorbei.
Jeder, der gern feiert oder eine der Gaststätten der Region
besucht, wird den würzigen Gerstensaft aus der Privatbrauerei Strate über kurz oder lang
kennenlernen.
Dieses Jahr begeht das Familienunternehmen seinen 150. Geburtstag.
Und dass sich die kleine Brauerei aus Detmold jenseits großer Konzerne auf einem hart umkämpften
Markt behaupten kann, hat sie vor allem Renate Strate und ihren beiden
Töchtern Friederike und Simone zu verdanken. Und gerade erst gab es wieder eine hohe Auszeichnung:
Ihr „Detmolder Thusnelda“ wurde am vergangenen Montag vom „ProBier-Club“
zum „Bier des Jahres 2013 “ erklärt.
Dafür hatten 6000 Testtrinker des ProBier-Clubs
ein ganzes Jahr lang Biere aus Deutschland verglichen. Die Auszeichnung
wird seit 15 Jahren vergeben und gilt als der größte Konsumentenpreis
der deutschen Bierbranche. Dabei hatten es die drei Frauen
nicht immer leicht. Denn als Brauer Friedrich Strate 1995 starb, schlossen
viele Detmolder erste Wetten ab: „Mit den drei Weibern kann es nicht gutgehen,
das gibt richtig Zickenterror“, so erinnert sich Renate Strate (77) an damalige
Unkenrufe. Kunden sprangen ab, und auch Mitarbeiter blieben skeptisch.
Doch die drei Frauen hielten zusammen und belehrten die Kritiker eines
Besseren. Mit Engagement und Selbstbewusstsein brachten sie die
Privatbrauerei auf Erfolgskurs.
Natürlich konnte Adolf Hüppe, der 1863 die Brauerei außerhalb der Stadtmauern
im schmucken neugotischen Ensemble gründete, nicht wissen, dass
in fünfter Generation einmal Frauen das Ruder übernehmen sollten.
Aber die befinden sich ja – rein historisch gesehen – in bester Gesellschaft.
Denn bereits in früheren Zeiten war Bierbrauen Frauensache, es gehör-
te zum Haushalt wie Kochen, Backen oder Waschen. Auch in der Klosterbrauerei
hat sich eine Frau hervorgetan: Die Benediktinerin Hildegard von Bingen
empfahl Bier all denjenigen, die unter Schwermut litten.
Und Martin Luthers Liebste, Katharina von Bora, war engagierte Bierbrauerin.
Zur Freude ihres Gatten. Die Brauhäuser des Mittelalters besuchten nur Frauen.
Männer sprachen verächtlich von „Weiberzechen“ und „Weiberschulen“.
Die Zeiten haben sich geändert, aber die Strate-Frauen
lassen sich nach wie vor das Bierbrauen nicht madig machen. Dazu sind sie
viel zu tüchtig. Tochter Friederike (48), einst mit 19 Jahren die jüngste
Braumeisterin Deutschlands, kümmert sich um den Geschmack des vollmundigen
Bieres. Ihre Schwester Simone (43) widmet sich nach Banklehre und
anschließendem BWL-Studium dem Kaufmännischen. Und Mutter Renate
kennt sich mit Trends aus, hat den richtigen Biss und bringt die nötige Erfahrung
mit. „Denn Bier ist pure Leidenschaft“, sagt die Lipperin mit dem
herzerfrischenden Lachen. Die fünfte Generation der Strates ist
gut gerüstet: 13 6.000 Hektoliter Bier produziert das mittelständische Unternehmen
mit seinen 30 Mitarbeitern inzwischen. In mehr als 1000 Getränkemärkten
und 300 Gaststätten sind Strates Bierspezialitäten erhältlich.
Ob in Osnabrück, Münster, Kassel oder auch in der Lüneburger Heide:
der Gerstensaft wird nur etwa 100 Kilometer von der Braupfanne verbreitet.
Ganz bewusst.
Denn die StrateFrauen arbeiten in der Region für die
Region. „Bodenständig bleiben“, so Renate Strate. Und das bedeutet auch:
Von der Braugerste über Präsente bis
hin zu Bierflaggen setzen die Strate Frauen
auf heimische Firmen. „Wo das Geld verdient wird, soll es ausgegeben
werden“, betont Friederike Strate im Hinblick auf ihre westfälische Heimat.
Statt klassische Werbung für ihre Produkte zu schalten, unterstützen die
drei Strate-Frauen lieber an die 800 Veranstaltungen in der Region. Bier direkt
vor Ort zu kosten erweitert eben ganz schnell die Fangemeinde.
Und rund 15 .000 Besichtigungsgäste jährlich in der Brauerei tun ihr Übriges.
Doch der Markt ist im Umbruch, und das wissen auch die drei Strates. Sie haben
erlebt, wie immer mehr unabhängige Brauereien von den Großen der Branche geschluckt
werden, zuletzt die Privatbrauerei Herforder, die nun seit einigen Jahren
zur Warsteiner-Gruppe gehört. Etwas mehr als 13 00 Brauereien existieren noch in Deutschland. Es
kommen neue hinzu, aber der größte Teil davon sind kleine Hersteller oder
Braugaststätten. Gewaltige Bierkonzerne wie die zu Oetker gehörende Radeberger-Gruppe,
Anheuser-Busch-Inbev oder die Bitburger-Braugruppe haben den Markt in weiten Bereichen unter
sich aufgeteilt. Nach Auskunft des Deutschen Brauerbundes stellen sie rund 70 Prozent des Bieres her.
„Wie kann man vor diesem Hintergrund trotzdem überleben?“, fragten
sich auch Renate, Friederike und Simone Strate. Für sie gibt es darauf nur
eine Antwort, nämlich „Klasse statt Masse“. Und das bedeutet Vielfalt
statt Mainstream. Neue Ideen sind daher Pflicht für das Dreiergespann.
Neben dem klassischen Detmolder Pils erfreut Detmolder Herb, das
dunkle Landbier, würziges Weizen oder Kellerbier den Gaumen ostwestfälischer
Biertrinker. 2009 kam rechtzeitig zum Jubiläum „2000 Jahre Varusschlacht“
das viel beachtete „Thusnelda Bier“ auf dem Markt. Schon allein
das witzige Etikett mit der üppigen Blondine, die auf kleinen Römern
herumtrampelt, macht Lust aufs Probieren. Die rund 6000 Experten des
ProBier-Clubs haben es getan, sich vom Geschmack überzeugt und nun
den Strate-Frauen diesen wichtigen Konsumentenpreis überreicht.
Doch auf den Lorbeeren will man sich nicht ausruhen: Das Getränk
„Royal“ etwa, hergestellt aus Perlwein, Weizenbier und Pfirsichlikör, erobert
sich seit 2011 seinen Platz als aromatischer Apéritif im Sortiment.
Auch dieses proseccoartige Getränk in der langen, schmalen Flasche ist mit
einem Bügelverschluss versehen. Ende der 70er-Jahre führte Renate Strate
den nostalgischen Verschluss wieder auf den Markt zurück. Eine zündende
Idee, nicht nur im Hinblick auf die Umwelt, sondern auch auf die Unver-
wechselbarkeit der Marke.
Das satte „Plopp“ beim Öffnen der Flasche gehört bei Strates einfach zur sinnlichen
Trinkkultur. Schließlich sei das Brauen ja auch ein bisschen „Luxus für die
Seele“, meinen die drei charmanten Detmolderinnen, die eigentlich nur
zur Gans auch einmal Wein genießen.
Und wenn es wieder einmal richtig schwierig wird, dann erinnern sich die
drei an den Leitspruch des Vaters: „Wer schaffen will, muss fröhlich sein,
Tränen lassen nichts gelingen.“
Herzlich gelacht wird auch wieder Ende September, wenn die Brauerei
ihr großes Jubiläumsfest gemeinsam mit den Kabarettisten Götz Alsmann
und Ingo Oschmann ausrichtet.

 

Quelle: 24.MÄRZ2013 WELT AM SONNTAG NR. 12 


Galerie

Hier brauen die Frauen

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  Thusnelda-Bier-Kurier | Typ: JPG | Größe: 470 KB
  "Thusnelda-Bier" ist Bier des Jahres (mit freundlicher Genehmigung vom Detmolder Kurier, veröffentlicht am 05.04.2013, S. 3).
  Thusnelda-Bier-Welt-Am-Sonntag-Text | Typ: JPG | Größe: 416 KB
  Artikel Welt am Sonntag | Typ: PDF | Größe: 744 KB
  Hier brauen die Frauen (mit freundlicher Genehmigung von Martina Schäfer, veröffentlicht in der Welt am Sonntag, 24.03.2013).
  Hier brauen Frauen-Deister-Zeitung | Typ: PDF | Größe: 1192 KB
  Hier Brauen Frauen (Mit freundlicher Genehmigung von der Neuen Deister-Zeitung, veröffentlicht am 06.04.2013, S.6).
  bild_der_frau-Artikel | Typ: JPG | Größe: 197 KB
  Prosit der Woche Bewiesen: Frauen brauen das beste Bier! (mit freundlicher Genehmigung von Bild der Frau, veröffentlcht in Ausgabe 14, 28.03.2013, S. 5)


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